#37 Auf nach Gran Canaria

Erst hat man bei Seekrankheit Angst, dass man stirbt. Dann hat man Angst, dass man nicht sterben wird.

Es ist ganz egal, ob man als alter Seebär schon seit Jahrzehnten die Sieben Meere befährt oder den ersten Törn auf hoher See wagt. Und völlig gleichgültig, ob sich die See mit chaotischen Wellen zickig zeigt, oder eine lange Dünung unsere Dancing Pearl fast schon gemächlich hin- und herschaukelt.

Das Übel lauert immer und überall.

Im Mittelmeer noch einigermaßen überwindbar, trifft es am Atlantik mit voller Wucht auf die Skipperfrau der Dancing Pearl – wie ja schon einige male berichtet.

Ja, dann hilft nur eines. Auf die Medikamentenbox und ran an all die „Wundermittel“.

Das Sea Band wird ausgepackt, denn zu Beginn nicht gleich an die Tabletten ran. Akupressur soll helfen, der Übelkeit einen Streich zu spielen – leider ohne Erfolg. Gesunde Steigerung wird probiert. So viel Vitamin C wie die Skipperfrau zu sich genommen hat; also Erkältung kann sie die nächsten drei Jahre keine mehr bekommen. Seekrankheit weg? Leider Nein. So müssen doch die Vertirosan Tabletten ihre Dienste leisten. Hilft ein wenig, doch extreme Müdigkeit setzt ein. Doris will nur noch schlafen….. schlafen ….. schlafen. Wir probieren mal die Kaugummis. Sea Gum und Travelgum. Vielleicht für das Mittelmeer eine Alternative – keine Besserung in Sicht. So zeigte sich diese Seekrankheit die letzten Monate.

Das Highlight wird von Christians Schwester den Kindern zu Weihnchaten mitgegeben. Die Anti Brech Brille. Diese wird kurz bei der Überfahrt von Teneriffa nach Gran Canaria getestet. Doch gleichzeitig wird das von einer Wiener Crew empfohlene Mittel geschluckt. Die Tabletten heißen Stugeron. In Österreich nicht erhältlich, doch in Spanien in jeder Apotheke käuflich.

Endlich eine Überfahrt ohne Übelkeit und diesmal kann der Atlantik erstmals so richtig von beiden genossen werden. Wir sagen Adios zu Teneriffa. Zwischen 20 und 25 Knoten Wind bescheren uns ein gutes Weiterkommen. Kurz nach dem Ablaufen begleiten uns wieder Delfine und man kann es kaum glauben, auch Grindwale sind zu sehen.

Das Meer wird für uns wieder als pure Entspannung empfunden. Seine Weite und kaum vorstellbare Größe wirken sich entspannend auf uns aus. Und bei dieser Überfahrt wird uns dies wieder so richtig bewusst.

Für den meditativen Aspekt sorgen das Rauschen der Wellen und das Glitzern der Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche. Diese absolute Ruhe und Schönheit der Weite faszinieren uns auch noch nach 3500 Seemeilen, die wir bereits hinter uns gebracht haben.

Pasito Blanco und Umgebung

Am Abend laufen wir im Yachthafen Pasito Blanco auf Gran Canaria ein. Der Name bedeutet soviel wie „Müßiggang in weiß“. Und dies wird hier auch so gelebt. Es herrscht eine Welt für sich. Ruhig und sicher. Wer entlang des Hafens geht, endteckt prachtvolle Domizile. Uns wird klar: Hier residieren gut „Betuchte“. Das ganze Areal des Hafens ist sauber und schön. Ein kleiner Spar Markt versorgt die Anrainer und Gäste. 5 Minuten vom Hafen entfernt, ein schöner kleiner Sandstrand, der zum Baden einlädt.

Maspalomas und Nasa

20 Gehminuten entfernt befindet sich der Ort Maspalomas. Maspalomas ist ein Ferienort im Süden Gran Canarias. Der Ort ist für seine weitläufigen Sanddünen und das Naturreservat von Maspalomas bekannt. Doch zu Beginn interessieren wir uns für die Weltraumfahrt. 1969 schrieb Neal Armstrong Geschichte. Er betrat als erster Mensch den Mond. Und die Touristenhochburg Maspalomas war live dabei. Die NASA errichtete 5 Jahre davor auf einem Gelände knapp hinter Pasito Blanco ein Kontrollzentrum, das dieses historische Ereignis als Verbindungsglied zwischen der Raumkapsel Apollo XI, der Mondfähre und dem Kontrollzentrum in Housten fungierte. In einem Museum bekommen wir Eindrücke von dieser aufregenden Zeit.

Vier Wörter mi X – DAS WAR WOHL NIX

Auf Teneriffa waren wir vom öffentlichen Vekehr so begeistert, dass wir diesen eigentlich hier auf Gran Canaria fortsetzen wollen.
Laut Internetempfehlung bekommt man eine vergünstigte Buskarte sehr einfach. Nur ein Bild samt Passportkopie über eine Onlineplattform registrieren und in ein paar Tagen gibt es den Ausweis. Dies machen wir und haben als Abholungsort den Busbahnhof im nächst größeren Touristmusviertel ausgewählt. Nachdem wir sportlich sind, laufen wir 13 Kilometer zum Bushbahnhof bzw. zum Abholort. Dort angekommen händigt uns ein netter Herr die Karten aus und erklärt, dass wir diese in 4 km Entfernung aufladen können.

So einfach, modern und easy es auf Teneriffa war so, anders ist es hier. Wir entschließen uns diesen Weg nicht zu bestreiten und sind nun stolze Besitzer einer Buskarte ohne Guthaben.

Beauty Pflege

Der Yachthafen Pasito Blanco hat auch ein hervorragendes Serviceangebot für unsere Dancing Pearl. Wir entschließen uns die nächsten Tage an Land zu gehen, um unserem Schiff ein Pflegeprogramm zu gönnen. Es wird geputzt, gewaschen und gestrichen. Unsere schon in die Jahre gekommen ältere Lady braucht viel Aufmerksamkeit. Zeit, die wir unserer Dancing Pearl gönnen und Zeit, die wir nutzen, bevor wir wieder einen Gast auf unserer Lady begrüßen. Ende Jänner kommt wieder Besuch aus der Heimat. Wer das ist? Lasst euch überraschen….. 🙂

Erkenntnis der Woche

Wer den Wert glücklicher Momente zu schätzen weiß, sammelt Schätze für´s Leben.

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