#22 Goodbye Deutschland/Österreich

Nachdem unsere Familie wieder die Heimreise angetreten ist, steuern wir nochmals Santa Ponsa an. Die Bucht ist sehr geschützt und da wieder Mistral angesagt ist, ein idealer Zufluchtsort zum Abwettern. Der Wind kommt dann nicht so schlimm wie angesagt und so nutzen wir die Zeit, um uns vom Abschied zu fangen.

Ablenkung finden wir sogleich, als wir Claudia und Andreas kennenlernen. Sie kommen aus Österreich (Schladming und Graz) und laden uns sogleich auf ihren Katameran (Wonderland) zu Kaffee ein. Natürlich nehmen wir die Einladung dankend an. Wir verstehen uns von Anfang an blendend und sie erzählen IHRE Geschichte. Vor 4 Jahren von Österreich weg nach Mallorca. Hier haben sie mittlerweile eine Wohnung direkt am Strand, eine Firma – Segway Tours, www.verd.pro – und jetzt haben sie sich einen Katameran geleistet, auf dem sie seit Mai auch wohnen. Bald wollen sie aber von Santa Ponsa weg und auch die Welt bereisen. 😊

Wir verbringen einen netten Nachmittag gemeinsam und freuen uns über das Kennenlernen. Am nächsten Tag bekommen wir auch noch eine Einladung zur Scubar.

Neben der „Playa Pequeña“ (kleiner Strand) und unweit des Hafens von Santa Ponsa, liegt die SCUBAR. Die wunderschöne und ruhig gelegene Strandbar ist ganzjährig geöffnet. Im maritimen Stil dekoriert, bietet die SCUBAR eine große Terrasse mit Meerblick.

Jeden Donnerstag veranstaltet die Scubar ihre Accoustic Jam Night, die alle MusikerInnen und MusikliebhaberInnen zu diesen improvisierten Konzerten einlädt. Die Jam Night ist ein rein akustisches Ereignis, keine Mikrofone, keine angeschlossenen Instrumente. Und jeder kann mitsingen, Gitarre spielen oder einfach in die Hände klatschen. Die Jam Night bietet Songs aller Musikstile (Pop, Rock, Flamenco, …), die jeder kennt. Wir sind live dabei und genießen den Abend.

Hier lernen wir auch andere „AussteigerInnen“ kennen. Wie zum Beispiel Miriam. Sie lebt schon seit 15 Jahren auf Mallorca. Ihr Geld verdient sie in ihrer eigenen Praxis. Sie bietet Coachings und Familienaufstellungen an –  www.familienaufstellungen-mallorca.de

Und es funktioniert! „Denn Menschen haben überall Probleme“ – meint Miriam und lacht.

Eine ganze Woche verbringen wir hier in dieser Bucht und sind von den Menschen fasziniert. Wir merken, hier wäre ein Ort um länger zu bleiben und wenn man nicht aufpasst – ein Ort zum Aussteigen. Wir kennen die Geschichten nur aus dem Fernsehen. Goodbye Deutschland/Österreich erleben wir hier hautnah.

Wir werden an eine Geschichte erinnert: Der Fischer & der Manager

Die Geschichte handelt von einem Geschäftsmann, der in Urlaub fährt, um dem Alltag zu entfliehen und sozusagen „seine Batterien wieder aufzuladen“. Er flog weit weg in eine abgelegene Gegend und verbrachte einige Tage in einem kleinen Dorf am Meer. Ein paar Tage lang beobachtete er die Dorfgemeinschaft und stellte fest, dass ein bestimmter Fischer am glücklichsten und zufriedensten von allen wirkte. Der Geschäftsmann wollte gerne wissen, woran das lag, und so fragt er den Fischer schließlich, was er jeden Tag tat.

Der Mann antwortete ihm, dass er jeden Morgen nach dem Aufwachen mit seiner Frau und seinen Kindern frühstücke. Dann gingen seine Kinder zur Schule, er fuhr zum Fischen raus, und seine Frau malte. Ein paar Stunden später kam er mit genügend Fisch für die Familienmahlzeiten nach Hause und macht ein Nickerchen. Nach dem Abendessen gingen er und seine Frau am Strand spazieren und beobachteten den Sonnenuntergang, während die Kinder im Meer schwammen. Gemeinsam grillen sie die Fische am Strand und verbringen anschließend die Zeit miteinander.

Ganz der Unternehmer, fragt er den Fischer, warum er eigentlich immer nur zwei Fische fange und ob dann da draußen denn nicht mehr zu angeln wären. Die Antwort des Fischers ist, dass es selbstverständlich mehr Fische gäbe, aber das ja die zwei Fische, die er täglich fange, genug seien für ihn und seine Familie.

Daraufhin schlägt der Unternehmer folgendes vor: „Du könntest doch trotzdem mehr Fische fangen und die übrigen dann einfach verkaufen?“ Der Fischer fragt zurück, was er dann davon hätte, woraufhin der Unternehmer ihm mitteilt: „Dann kannst du mit dem Verkauf der übrigen Fische noch zusätzlich Geld verdienen.“

Der Fischer fragt wieder: „Und was mache ich dann mit dem zusätzlichen Geld?“ – „Du kannst irgendwann vielleicht sogar MitarbeiterInnen anstellen!“

Erneut wundert sich der Fischer und fragt: „Und was mache ich dann mit den MitarbeiterInnen?“ 

„Naja, mit mehr MitarbeiterInnen kannst du dann noch mehr Fische fangen und diese verkaufen und damit noch mehr Geld verdienen“, antwortet der Manager.

Aber auch hier erkennt der Fischer den Wert noch nicht und fragt wieder: „Und dann?“

„Dann hast du vielleicht irgendwann eine eigene Fabrik, ein wirklich großes Unternehmen, und kannst sehr viel mehr verkaufen und verdienen!“, erwidert der Manager.

„Und was habe ich davon?“ fragt der Fischer wieder. „Tja, irgendwann, dann verdienst du vielleicht so viel Geld, dass du gar nicht mehr arbeiten musst!!! Das wäre doch toll!“, ruft der Manager begeistert aus.

„Und wenn ich dann nicht mehr arbeiten muss, kann ich dann machen, was ich will?“ Hocherfreut, dass der Fischer nun scheinbar verstanden hatte, antwortet der Manager: „Ja, absolut! Du musst nicht mehr arbeiten und kannst tun und lassen, was du willst!“

„Kann ich dann auch jeden Tag mit meinem Boot rausfahren? Zwei Fische für mich und meine Familie fangen? Diese zum Mittagessen grillen? Und den Nachmittag dann mit meiner Frau und den Kindern am Strand verbringen und die Zeit genießen?“

„Ja, all das kannst du dann tun!“ bestätigt der Manager.

Nachdenklich schaut der Fischer ihn an… und antwortet schließlich:

„Aber genau das mache ich doch jetzt schon jeden Tag!“

Für uns ist die Geschichte wirklich symbolisch. Der Gedanke, dass wir jetzt viel Geld verdienen müssten, um dann irgendwann das tun zu können, was wir eigentlich tun wollen ist vielen bekannt, oder ? Warum aber überlegen wir uns stattdessen nicht lieber, wie wir JETZT schon das tun können, was uns erfüllt…

Erkenntnis der Woche

Musik ist die Sprache, die wir alle verstehen. Wenn wir zur Musik des Lebens tanzen, ist die Farbe des Himmels egal.

2 Kommentare

  1. Ja danke euch kennenzulernen, die Zeit war zu kurz, aber man trifft sich immer zweimal, habt ne tolle Reise mit vielen wertvollen Begegnungen, Claudia & Andreas – SY WONDERLAND

  2. Eine sehr schöne Geschichte, die wahrer nicht sein könnte….jedesmal wenn wir mit dem Bus unterwegs sind, denke ich daran dass es goldrichtig war , nicht auf die Pension zu warten!😁
    Wünschen euch noch viele unvergessliche Momente und freu mich auf eure Berichte!❤

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*