Teil 4 – Der kleine Flamingo geht auf Reisen und sucht nach dem Glück.

Hallo ihr Lieben,

ich als Häuptling der Dancing Pearl melde mich wieder. Meine Aufgabe dieser Reise ist es ja herauszufinden, ob bei dieser 1-jährigen Reise das Glück gefunden wird. Wir alle streben nach diesem sogenannten „Glück“ und einem erfüllten Leben. Was allerdings Glück ist, auf das möchte ich eine Antwort finden.

Das letzte Monat war sehr aufregend. 1150 Kilometer über den Atlantik und dann endlich „Land in Sicht“. Die Aufregung war groß – aber auch mit einem kleinen bitteren Beigeschmack. Denn das große Ziel den Atlantik zu überqueren und in die Karibik zu segeln wurde über Bord geschmissen. Traurig? Ja – immer wieder wird über die Entscheidung gegrübelt und philosophiert, bis wieder der Entschluss feststeht – Es ist die richtige Entscheidung.

1 Jahr für dieses Vorhaben ist einfach zu kurz und zu stressig. Sie wollen nicht wieder in einem Hamsterrad stecken.

Somit frage ich mich:

Findet man durch Langsamkeit das ultimative „Glück“?

Langsam leben, Zeit geniessen, glücklich sein

Schluss mit der Dreifaltigkeit aus Hektik, Terminen und Magengeschwüren Die Beiden treten auf die Bremse.

Was hast Du vor 2 Minuten noch gemacht? Mit deinem Partner gesprochen und gleichzeitig WhatsApps gecheckt? Was machst Du gerade in diesem Moment? Den Artikel lesen, Kaffee trinken und mit halbem Auge auf den Fernseher schauen? Wie sieht Dein Frühstück bei Dir aus? Auto fahren und in ein Brötchen beißen? Müsli essen und nachsehen, was in den sozialen Netzwerken alles über Nacht los war? Wie die Komikerin Ruby Wax zu sagen pflegt: Dein Haustier ist glücklicher als Du. Denn es isst, wenn es isst, wäscht sich, wenn es sich wäscht, und schläft, wenn es schläft.

Die Kunst des langsamen Reisens

Dem Alltag zu entkommen, das ist der eigentliche Sinn des Urlaubs. Doch für viele ist er nur eine bloße Verlängerung der Arbeitszeit. Sie steigen in ein Flugzeug, um so schnell wie möglich irgendwo anzukommen. Dort legen sie sich neben andere Touristen an den Strand, arbeiten ihre Listen von Sehenswürdigkeiten ab und wundern sich am Ende, wenn sie seltsam unbefriedigt und nicht erholt zurückkehren. Der Urlaub wird komplett durchgeplant, er soll effektiv sein, man will was erleben und der Laptop geht meist mit auf Reisen.  Doch gerade in unserer Freizeit geht es darum, das Nichtstun zu kultivieren und unsere Zeit einfach nur zu verschwenden.

In den letzten 4 Monaten haben Doris & Christian bemerkt: Das Wichtigste beim Reisen ist die Geschwindigkeit. Und die sollte langsam sein. Sie haben sich auch die langsamste Reisemöglichkeit ausgesucht. Das Segeln. So langsam wie überhaupt möglich. Wer reist schon mit 8 km/h tausende Kilometer? Aber nur dann könne man ein Land richtig in sich aufsaugen, die Veränderungen miterleben, die sich von Kilometer zu Kilometer ergeben. Und dazu braucht man das volle Bewusstsein. Im Hier und Jetzt. Entschleunigung!

Der Wettbewerb und Vergleich findet längst nicht nur in der Wirtschaft statt, sondern auch außerhalb, fern des Büros, in unserem alltäglichen Leben. Es wird immer und überall verglichen und generell geht es immer noch schneller und noch besser. In diese Falle wären auch bald Doris & Chtisitan wieder hineingetappt. Es muss die Karibik sein, die Barfußroute ist halt einmal über den Atlantik und zurück. Doch wer sagt, dass man sich auch hier wieder vergleichen muss ?

Die Bremse wird gezogen – Schluss damit!

Doch Langsamkeit zu lernen, ist gar nicht so leicht. Denn wir sind es gewohnt, durchs Leben zu hetzen. Auf der Segelreise wollten sie mehr SEIN und weniger TUN. Schöner Gedanke, doch nach wenigen Wochen zeigte das Ego den Mittelfinger. Es wollte messbare Ergebnisse.

Momentan sind sie gerade in der Phase der Umstellung. Doris und Christian merkten nämlich , wie schwer es fällt auf die neue Langsamkeit sich einzulassen. Geschichten wie diese helfen ihnen dabei:

Kleine feine Zeitreisen

Ein junger Mann war für ein Date in einem Park verabredet. Was freute er sich darauf, schon seit Tagen! Nichts hielt ihn mehr zuhause, obwohl noch einige Stunden vergehen mussten, bis er seine neue Flamme sehen konnte. Er machte sich auf den Weg. Im Park angekommen breitete er die Decke an einer schönen Stelle nahe des Bachs aus, setzte sich drauf, schaute auf die Uhr. Noch ganze zwei Stunden bis zum Date, verdammt. Er trommelte mit den Fingern, wackelte mit den Füßen, schaute immer wieder auf die Uhr. Doch die Zeit schien sich gegen ihn verschworen zu haben, so langsam zog sie vorüber. Der junge Mann wurde ganz nervös.

Plötzlich kam ein Kobold aus dem Gebüsch gesprungen, der den Mann schon eine Weile beobachtet hatte. Der Kobold sprach: „Hier ist ein Ring, wenn Du an ihm drehst, kannst Du die Zeit vorspulen. So musst Du nicht länger warten. Zurückspulen geht übrigens nicht, aber das macht ja nichts“ und reichte dem Mann den Ring, der sich diesen sofort überstülpte und ausprobierte. Ja, ein bisschen am Ring gedreht und schon war die lästige Wartezeit vorgespult – seine Verabredung tauchte gerade in einiger Entfernung auf. Noch einmal drehte er ein kleines Stück am Ring und schon saß sie mit ihm auf der Decke. Endlich. Sie plauderten und aßen etwas von den leckeren Weintrauben, die er mitgebrachte hatte. Bis dunkle Wolken am Himmel aufzogen. Wie ungemütlich. Was machen? Ach ja, der Ring! Ring gedreht, Wolken verzogen, alles wieder gut. Das Date war durch das Vorspulen leider ziemlich kurz geworden, aber hey: auf das nächste Treffen musste der Mann dank des Ring ja kaum lange warten.

Auch im Alltag erkannte der junge Mann immer mehr die Vorzüge seines Schmuckstücks. Der Weg zur Arbeit, die langweiligen Meetings, die Warteschlange in der Kantine, der Weg zurück von der Arbeit, die Warteschlange im Supermarkt, das Kochen der Kartoffeln daheim, die Werbepausen im Fernsehen, die Einschlafzeit … all das und mehr konnte er einfach vorspulen. Und das tat er auch. Nie wieder musste er auf etwas warten. Nie wieder nervige oder unspektakuläre Zeiträume durchleben.

Nur einen einzigen Nachteil hatte es, dass der Mann sich so oft seines Zauberrings bediente: schon nach kürzester Zeit war er alt. Im Altersheim drehte er weiter an seinem Ring, um sich die lange Wartezeit aufs Abendessen um 15:30 Uhr zu sparen. Naja, und wenig später war er tot (immerhin war auch das Sterben schnell erledigt).

Die >Zeit dazwischen<

Das alles, was der Mann mit dem Ring verneinte und auslöschte, das alles ist pures, wertvolles, heiliges Leben. Aufgeregt auf das Date warten, dunkle Wolken, die kommen und gehen, der Weg von A nach B und zurück, die Meetings, der kochende Topf, die Pausen und Werbepausen und die Zeit, die wir zum Einschlafen brauchen. All das hat er verpasst.

( Geschichte von my monk.de )

Flami-Erkenntis der Glückssuche

In der Langmsamkeit erfährst du den Rhythmus der Zeit


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