#24 Der spanischen Küste entlang

Nach einer unspektakulären aber schönen Überfahrt von Formetera zum spanischen Festland erreichen wir Calp.

Die Kleinstadt Calp befindet sich an der Ostküste Spaniens, zwischen Valencia und Alicante an der Costa Blanca. Der Ort ist ein sehr beliebtes Touristenziel, und viele Deutsche, Briten und Schweizer verbringen hier ihren Lebensabend. In Strandnähe entstehen sehr viele Hochhäuser, die aber fast nicht bewohnt sind. Besonders auffällig ist der enorme Bauboom. Soweit das Auge reicht sind die Ufer mit geschmacklosen Hochhäusern zugebaut. Dieses Bild begleitet uns leider die gesamte spanische Küste entlang.

Doch in Calp bestaunen wir nicht nur die Hochhäuser sondern einen gewaltigen Fels. Der Peñón de Ifach ist ein markanter Fels an der spanischen Ostküste. Er erhebt sich 332 Meter aus dem Meer und ist mit dem Festland verbunden. Am Fuße des Peñón de Ifach befindet sich ein Parkplatz, von dem aus ein breiter Wanderweg verläuft. Hierbei blickt man in westliche Richtung direkt auf den Hafen von Calp. Die erste Strecke führt zu einem ca. 30 m langen Tunnel, der 1918 in den Felsen gegraben wurde. Auf einem Pfad bietet sich eine herrliche Aussicht. Dann geht es weiter und es wird immer steiler.

Beim Aufstieg bis zum Gipfel sollte man schwindelfrei sein. Insgesamt dauert der Aufstieg 1,5 – 2 Stunden. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Am nächsten Tag geht es weiter nach El Campello. Die Fahrt dorthin lässt das Anglerherz höher schlagen. Ein Fisch (Makrelen) nach dem anderen beißt an und die nächsten 3 Tage essen wir ausschließlich Fisch.

El Campello

Ausgehend von einem alten Wachturm beginnt die Strandpromenade „Voramar de les Escultures“, die ihren Namen den Skulpturen des Künstlers Vicente Ferrero verdankt, und die bis zum Strand Playa de la Almadraba führt. Entlang der Strandpromenade gibt es bunte Fischerhäuser sowie natürlich eine Vielzahl von Bars, Cafés und Restaurants, welche wir bestaunen und genießen.

Mehr Zeit verbingen wir in San Pedro del Pinatar

Hier sind wir von den Salinas de San Pedro del Pinatar als „Geschützter Raum“ beeindruckt. Zur produktiven Tätigkeit der Salzgewinnung dienen sie als Lebensraum für viele Vogelarten, wie Flamingos und Reiher.
Hier wird in den Teichen ein Bakterium reproduziert, das dem Wasser einen rosa Farbton verleiht.

Der Regionalpark der Salinas von San Pedro del Pinatar ist ein Naturgebiet, in dem die Vielfalt eine abwechslungsreiche Erholung ermöglichen, indem wir durch Kiefernwälder, Salzwiesen und Sand wandern.

Von hier aus geht es 130 Seemeilen weiter nach Almerimar

Almerimar

Almerimar ist die älteste Marina in Andalusien. Bei der Ankunft erschrecken wir schon von den Bauten rund um den Hafen. Und es wird nicht besser. Viele verlassene Geschäftslokale mit leeren Auslagen prägt das Bild. Vereinzelte Supermärkte und Geschäfte haben offen. Insgesamt bietet der Hafen 1200 Liegeplätze. Viele Yachten sind hier – lange hier – denn sie machen einen „vergammelten“ Eindruck.
Doch auf den zweiten Blick – nach mehreren Tagen – lernen wir Almerimar und auch die Marina von einer anderen Seite kennen. Nicht weit von unserem Liegeplatz gibt es doch „Leben“ und ein buntes Treiben mit Cafes und Geschäften. Auch die Strandpromenade mit dem kilometerlangen leeren Strand ist sehr gepflegt und nett. Ja – der erste Eindruck ist nicht immer der Richtige 🙂

Da es hier nicht wirklich viel zu erleben gibt „hauen wir aber ab“. Wir mieten uns ein Auto für 2 Tage und erkunden die Gegend.

Das erste was wir zu Gesicht bekommen ist ein Plastikmeer. Ein Landstrich unter Folie. Geschätzte 40.000 Gewächshäuser ( aus Plastik ) dehnen sich in der spanischen Provinz Almeria über mehr als 350 Quadratkilometer aus. So wird Österreich und alle anderen europäischen Länder auch im Winter mit mediterranem Salat und Gemüse versorgt. El Ejido ist das Zentrum des spanischen Gemüseanbaus und die Provinz Almeria das Zentrum des europäischen Gemüseanbaus. Soweit das Auge reicht, Gewächshäuser aus heller Plastikfolie. Es ist Europas größter Wintergarten. Fast die gesamte Landschaft ist hier von den Kunststoffplanen der Gewächshäuser überdeckt – für Tiere oder Wildpflanzen bleibt hier kein Raum mehr. Hinzu kommt, dass die Bewässerung dieser Anlagen die Grundwasservorräte der Region fast völlig ausgeschöpft haben – das Gebiet trocknet immer weiter aus. Pestizide und Düngemittel tragen zusätzlich dazu bei, dass hier außerhalb der Gewächshäuser kaum mehr etwas lebt.

Für uns einfach nur erschreckend.

Jetzt erst wird einem so richtig bewusst, was der Einkauf von spanischen Gemüse und Obst in den Supermärkten bedeutet. Man hört ja immer davon, aber wenn diese Plastikplantagen direkt vor den Augen sind …… dann muss man es doch kapieren!

Wenn ihr das nächste Mal wieder importiertes Gemüse im Supermarkt sieht, geben wir euch einen kleinen Tipp: „Lasst es einfach liegen!“ Kauft regionale Produkte, kauft der Jahreszeit entsprechend, kauft keine Erdbeeren im Dezember… Ihr wisst schon was wir meinen.

Auch hier flüchten wir und einen ganzen Tag widmen wir uns den weißen Dörfern der Alpujarras. Die Region der Gebirgsdörfer „Alpujarras“ klammert sich an den Südhang der Sierra Nevada, der durch tiefe Täler und Schluchten, die sich bis zum Mittelmeer erstrecken, gespalten ist. Die Dörfer sind beeindruckend und so fahren wir mit unsrem Fiat Punto von Dorf zu Dorf.

Den zweiten Tag verbringen wir mit einer Flußwanderung in Padules im Las Canales. Ein besonderes Erlebnis mit purer Natur.

Erkenntnis der Woche

Der erste Eindruck zählt und der Letzte bleibt für immer!

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